



Flug nach Korea
Am 11.01.2024 kurz nach 18 Uhr hob mein Flugzeug vom Frankfurter Boden ab. Ich flog mit T’way Air direkt nach Seoul. Einen besseren Flug hätte ich vermutlich nicht finden können. Für etwas über 300€ flog ich direkt von Frankfurt nach Seoul mit 15kg Aufgabegepäck und 10kg Handgepäck. An dieser Stelle möchte ich stolz anmerken, dass mein Rucksack 9,5kg und mein Handgepäck 4,5kg wog. Da soll nochmal jemand sagen, Mädchen würden zu viel einpacken.
Vom Check-In über die Sicherheitskontrolle bis zum Einstieg lief alles perfekt. Kaum Wartezeiten und keine Probleme, was will man mehr. Gegen halb 6 durften wir dann ins Flugzeug, mein Platz: direkt vor den Toiletten am Gang in der Mitte. Nicht der beste Platz für 12 Stunden Flug, aber ich hatte Glück. Das Flugzeug war fast komplett leer und sobald das Anschnallzeichen erloschen war, setzte ich mich um. Es sei gesagt, dass ich noch nie so lang geflogen war und dementsprechend wenig Ahnung hatte, was mich erwarten würden. Darum traf ich eine im Nachhinein ziemlich dumme Entscheidung: ich setzte mich in eine freie Reihe am Fenster. Nun, dieser Platz ist vermutlich ziemlich cool für Start und Landung. Nur leider hatte ich den Start verpasst und die Landung war erst in 12 Stunden. Erst später ging mir auf, dass die Leute in den leeren Mittelreihen im Prinzip ein langes Bett hatten – während ich mich auf ganzen zwei Sitzen ausbreiten konnte. Und auch, wenn ich nicht die Größte bin, zwei Sitze sind verdammt wenig. Leider hatten die anderen das früher herausgefunden, weshalb die Mittelreihen schon alle belegt waren. Also versuchte ich das Beste draus zu machen. Ich bin tatsächlich auch kurzzeitig eingeschlafen, nachdem wir Abendessen serviert bekommen hatten. Welches am Rande bemerkt besser war, als ich erwartet hatte. Als ich dann aufwachte und auf mein Handy schaute, freute ich mich ziemlich, als ich 4 Uhr las. Ich wunderte mich zwar etwas, dass es draußen noch dunkel war und wir in Korea um 14 Uhr mittags landen würden, aber dachte nicht weiter darüber nach. 12 Stunden wären nach deutscher Zeit 6 Uhr morgens gewesen. Also noch 2 Stunden, das war aushaltbar. Tja, nix 2 Stunden, meine Uhr passte sich der Zeitzone an. Wir hatten es 4 Uhr – aber nicht deutscher Zeit. Aufgefallen ist mir das aber erst später, nachdem die Uhr 6 anzeigte und wir noch nicht gelandet waren. Tatsächlich waren wir erst 5 Stunden oder etwas in der Art geflogen. Ihr hättet mein Gesicht sehen sollen! Nachdem ich die restliche Zeit dann totschlug mit Schlafen und Musik hören, erhielten wir dann das Frühstück. Ich muss sagen, davon war ich wirklich überrascht. Es war jetzt natürlich mit keinem selbstgemachten Frühstück zu vergleichen, aber das Rührei und die Würstchen schmeckten wirklich gut. Nur Pilze sollte man nie im Flugzeug essen, die sind wirklich eklig. Eine weitere Stunde später erhielten wir dann ein kleines Blatt zum Ausfüllen. Name, Geburtstag, Beruf, Grund für Einreise und Adresse des Hotels. Eigentlich alles kein Problem, nur der Zusatz, dass man die Adresse korrekt angeben solle, beunruhigte mich. Auf der Vorderseite gab es überall englische Übersetzungen, aber die Hinweise auf der Rückseite waren nur auf Koreanisch. Natürlich verstand ich kein Wort. Aber eine junge Deutsche versicherte mir, es sei alles korrekt. Als wir schließlich um 14 Uhr Ortszeit in Incheon landeten, ging alles ganz schnell. Innerhalb einer Viertelstunde war ich durch die Passkontrolle, inklusive Fingerabdrücken und wirklich super hässlichem Bild, und weitere 15 Minuten später hatte ich meinen Rucksack. Wie kann man sich da beklagen? Mein Handgepäck wurde nochmals kontrolliert und dann war ich draußen.
Willkommen in Südkorea!
Insgesamt war der Flug mit T’way Air super, es war eigentlich die ganze Zeit angenehm warm, die Flugbegleiter waren extrem aufmerksam und freundlich und wir kamen sicher und schnell an. Nur der Bord-Monitor funktionierte nicht, es kann auch sein, dass ich es falsch versucht hatte. Aber ich hatte auch relativ schnell aufgegeben, da ich ihn eigentlich sowieso nicht brauchte.
Ankunft und erste Eindrücke
Am Flughafen verstaute ich erst einmal mein ganzes Handgepäck in meinem Rucksack und machte mich dann auf die Suche nach einem Weg in mein Hostel. Was soll ich sagen, einmal mehr hatte ich eine nicht ganz so schlaue Wahl getroffen. Ganz groß und fett gibt es die Busticketstände. Tja, es ist sehr bequem und komfortabel, aber es gibt auf jeden Fall günstigere Alternativen. Würde ich das ganze nochmal machen, würde ich mir noch am Flughafen die T-Money Card kaufen und diese nutzen. In dem Fall solltet ihr schon etwas Geld dabeihaben oder noch am Flughafen abheben, denn ihr müsst die T-Money-Card mit Bargeld aufladen, auch wenn ihr sie mit Karte kaufen könnt. Mit dieser kostet euch der ganze Spaß auf jeden Fall keine 17.000 Won (umgerechnet knapp über 11 Euro), sondern vermutlich um die 3.000 Won. Naja, ich nahm auf jeden Fall den Flughafenbus. Nach ca. einer Stunde Fahrt kamen wir dann schließlich an meiner Station an und geizig, wie ich bin, entschied ich mich, den Rest zu laufen statt mit dem Bus zu fahren (ich hatte schließlich schon genug ausgegeben). Es war auch tatsächlich nur noch eine knappe dreiviertel Stunde, von dem her wirklich in Ordnung. Mein Hostel hatte ich dann ziemlich schnell gefunden und auch hier lief alles reibungslos. Gegen 17 Uhr zog ich dann nochmal los, um etwas die Gegend zu erkunden – und weil ich nicht alleine in diesem etwas trostlosen Raum hocken wollte. Ich lief also ziemlich ziellos herum, aber fand auch ein paar hübsche Ecken. Trotzdem war es nach einiger Zeit ziemlich kalt und wirklich einen Plan, was ich machen sollte, hatte ich auch nicht. Also zurück ins Hostel. Nachdem ich mein Essen, welches ich für den Flug mitgenommen hatte und dann nicht gebraucht hatte, gegessen hatte, ging ich eigentlich direkt ins Bett. Lasst mich euch sagen: eine weitere wirklich blöde Idee. Ratet mal wer nachts um halb 4 wach war? Jup, ich. Und das bis halb 6!
Dann beschloss ich, noch eine Weile zu schlafen, nur um dann 4 Stunden später wieder aufzuwachen. Also diese Nacht war nicht wirklich die Beste.






Erster Tag
In der Nacht hatte ich allerdings genug Zeit gehabt, um Dinge herauszusuchen, die ich machen wollte. Bevor ich diese Liste jedoch abarbeiten konnte, musste ich zuerst Geld abheben und mir die T-Money Card besorgen. Also zuerst zur Bank…
Ich versuche also Geld abzuheben. Klappt nicht. Error. Ich, panisch, dass das Geld abgebucht wird, ich es aber nicht bekomme: ab zum Schalter. Die Frau muss erstmal jemanden anrufen, der mir dann erklärt, dass ich an einen Global ATM muss (was ich eigentlich hätte wissen können) und dass meine Karte auch da manchmal nicht funktioniert (das hat mich dann schon überrascht). Und nachdem mein Vater am Tag vorher schon um die 4 Anrufe erhalten hatte, wegen Sim-Karte und allem Möglichen, wollte ich das auch diesmal tun. Tja – bei ihm ist es aber 4 Uhr nachts, nichts mit anrufen. Also zur nächsten Bank. Global ATM – Check. Geld – Fehlanzeige. Also zur nächsten. Dieses Mal funktioniert’s, wenn auch mit Gebühren (ich hatte wirklich keine Lust noch weiter zu suchen, da ich schon fast 2 Stunden versucht hatte, ein paar Scheine abzuheben). Das einzige Problem: so viel Geld wie ich da in den Händen hielt wollte ich definitiv nicht abheben. Eine Null zu viel. Wie dumm kann man eigentlich sein? Und auch noch alles in großen Scheinen, die man laut Internet bei manchen Streetmarkets nicht nutzen kann. Also wieder an den Schalter: kann man einen Teil des Geldes in kleine Scheine wechseln? Ja kann man, wenn auch erst nach einigen Kommunikationsschwierigkeiten. Eine kleine Ewigkeit später war ich dann wieder draußen – endlich mit Bargeld.
Next Step: T-Money Card kaufen, aufladen und endlich zu meinem heutigen ersten Ziel fahren. 7Eleven war schnell gefunden, die Card schnell gekauft und nach einem kurzen Fußmarsch stand ich vor dem Automaten. Auch hier kein Problem, auch wenn dieses Ding in der ganzen Station rumgebrüllt hat, als wäre ich schwerhörig!
Nachdem ich dann herausgefunden hatte, welche Bahn ich nehmen muss, war ich innerhalb einer halben Stunde am Ziel. Gyeongbokgung – Palast der strahlenden Glückseligkeit. Ein schöner Name. Und ich hatte Glück, ich kam passend zur Wachablösung. Ein spannendes Spektakel. Mit Kapelle und wirklich vielen in traditionelle Kleidung gekleidete Soldaten. Besonders einprägsam war die Trommel. Zu Anfang, in der Mitte und am Ende schlug ein Soldat in rot gekleidet kräftig auf eine riesige Trommel. Bin ich beim ersten Mal zusammengezuckt! Aber immerhin – die anderen Menschen auch. Dass es so laut sein würde, hatte ich nicht erwartet. Am Ende konnte man noch Bilder mit den Soldaten machen, aber das hab ich angesichts der Schlange lieber übersprungen. Um den Palast zu besuchen, braucht man ein Ticket: 3.000 Won für über 18-jährige. Mit 18 jedoch (zum Glück bin ich noch so jung :)) kommt man noch kostenlos rein. Mein Schwabenherz freut sich. Drinnen dann findet man ein weitläufiges Gelände mit sehr vielen kleinen Gebäuden, die wie in kleinen Wohnsiedlungen angelegt sind rund um den Palast, einem beeindruckenden Gebäude. Aber ich muss sagen, dass es nicht soooo viel zu sehen gibt. Ein Blick ins Innere und man hat eigentlich alles gesehen. Auch wenn dieses natürlich wirklich schön und definitiv einen Blick wert ist. In der Außenanlage habe ich mich dann fast zwischen den Häusern verlaufen, welche immer wieder verbunden sind und dann wieder Durchgänge haben. Ein richtiges Labyrinth, vor allem, weil alles irgendwie ähnlich aussieht. Nachdem ich eine Zeitlang durch die Häuser gestreift bin und das restliche Gelände entdeckt habe, verließ ich die Anlage wieder. Vermutlich habe ich 1 1/2 Stunden drin verbracht. Mit der Audiotour hätte man bestimmt noch länger umherstreifen können und hätte bestimmt auch noch viel erfahren, aber wirklich Lust darauf hatte ich nicht 😂.
Anschließend besuchte ich noch ein Museum, welches direkt neben der Anlage liegt und in einem wirklich krassen Gebäude untergebracht ist. Aber lange aufgehalten habe ich mich darin auch nicht. Durch die Ausstellung über das Leben der Koreaner, welche Lebensabschnitte sie durchlaufen und wie sie diese feiern, bin ich mehr durchgerannt als sie wirklich anzuschauen. Nicht, weil sie schlecht war, hätte man sich Zeit genommen, hätte man bestimmt vieles lernen können. Aber ich hatte einfach keine Lust, mir tausende Tafeln auf Englisch durchzulesen. Und da ich das nicht muss, weil ich allein bin und machen kann, was ich will, bin ich zu meinem nächsten Stopp gelaufen. Bukchon Hanok Village. Ein Viertel, in welchem traditionelle koreanische Häuser, sogenannte Hanoks, stehen. Beliebt bei Touristen, aber durch Temperaturen von 3° Celsius und Schnee nicht sehr voll. Jup, es hat wirklich geschneit, echt schön, aber irgendwie auch nervig, da die Bilder leider alle nicht so toll aussehen wie mit Sonnenschein. Tja, trotzdem war es sehr interessant und es sind tolle Bilder geworden. Aber mehr als eine halbe Stunde habe ich auch hier nicht zugebracht. Zu kalt und außer den Häusern gab es nicht wirklich viel. Ich will nicht sagen, dass sich ein Besuch nicht lohnt, das tut er auf jeden Fall, aber es sind eben Häuser 😂. Anschließend setzte ich mich in ein Café, wo ich ein Croissant gegessen habe. Ich sag euch eins: für den Preis hätte ich in Deutschland keins gekauft, aber dank der anderen Währung merkt man gar nicht, wie viel man ausgibt 😂. Es war wirklich wirklich gut und ich würde es vermutlich auch wieder kaufen. Als mir langsam langweilig wurde, verließ ich das Café wieder und begann durch die Straßen zu laufen. Eigentlich hatte ich geplant, zum N Seoul Tower zu gehen und Seoul von oben zu bewundern. Tja, es war bewölkt, schneite und da die Wolken ziemlich tief hingen, wäre die Aussicht vermutlich eh sehr begrenzt gewesen. Darum also durch die Stadt wandern. Ich würde behaupten, ich habe tatsächlich ein paar gute Bilder gemacht. Um nicht komplett ohne Ziel zu laufen, gab ich das HYBE-Gebäude als Ziel ein (ja ich weiß, es ist unspektakulär und die Chance, jemand bekanntes zu sehen, ist sehr gering, aber man muss auch den Kleinmädchenfantasien mal nachgeben!). Getroffen hab ich natürlich niemanden und auch das Gebäude war ehrlich gesagt super enttäuschend, außer einem Schild gab es im Prinzip nichts. Aber es lag in Richtung meines Hostels; von dem her hatte es auch sein Gutes. Es war jetzt ca. 19:30 Uhr. Für den Weg ins Hostel würde ich noch mindestens eine Stunde brauchen. Also ab „nach Hause“. Eigentlich wollte ich erstmals Bus fahren, aber der Busfahrer hat beschlossen, dass wir das vertagen würden. Vielleicht habe ich auch etwas falsch gemacht, aber Naver (Google Maps in Korea) sagte, ich sei an der richtigen Stelle, der richtige Bus kam hinter einem anderen, der erste hielt, die Leute stiegen ein, er fuhr weiter, der zweite (mein Bus) hielt nicht. Tja also doch kein Busfahren. Bevor mir sowas nochmal passiert, entschied ich mich für die Metro: einfach und unkompliziert. Tatsächlich hat Korea oder zumindest Seoul etwas total Cooles meiner Meinung nach: Wenn man die Strecke über Naver sucht, wird einem immer auch eine kleine Nummer angezeigt, sowas wie 4-2. An der Station sind die Türen durchnummeriert, mit genau diesen Zahlen. Wenn man sich an die richtige Tür stellt, hat man hinterher den kürzesten oder besten Weg zur nächsten Bahn oder zum Ausgang, wie cool?! Bevor ich dann endgültig ins Hostel ging, besorgte ich mir noch eine Packung Ramen als Abendessen, ganz nach koreanischer Manier.
Lustiges und Interessantes
Nummer 1:
Gefühlt tragen alle Koreaner schwarze Jacken. Vielleicht sieht man mal noch eine beige oder weiße Jacke, hin und wieder auch mal einen Pulli. Aber sonst – ohne Ausnahme schwarze Jacken. Ich mit meiner blauen Jacke bin da schon auffällig…
Nummer 2:
Die Koreaner stehen tatsächlich Schlange am Bus. Ich wär fast umgefallen, als ich das gesehen habe. Sowas hab ich echt noch nie gesehen. An der Seite hab ich ein Bild (nicht das Beste, aber ich wollte nicht ganz so auffällig fotografieren – haha).
Nummer 3:
Bei dem Palast und in dem traditionellen Viertel gab es richtig viele Touristen (ich geh‘ zumindest mal davon aus), die sich traditionelle Kleidung geliehen hatten. Das sah echt richtig schön aus, ich weiß nicht, wieviel es kostet, aber es wäre bestimmt cool, das mal auszuprobieren. Vielleicht mach ich das noch.

2 Antworten zu „Start in Korea“
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Sehr schön geschrieben, macht richtig Lust zu lesen 😀 wann geht’s weiter?
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Hallo Saskia, toller Blog bisher, bin sehr gespannt auf den nächsten Eintrag😉liebe Grüße Dede
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