Auf dem Weg nach Daegu

26.01.2025 und 27.01.2025

Von Seoul ging’s dann am nächsten Morgen nach Yangpyeong. Aber das war ein Erlebnis. Ich hab den Tag damit begonnen, mir von der einen Bäckerei nochmal Croissants zu holen haha. Dann hab ich mich auf den Weg gemacht. Zunächst zum Bus. Problem? Der fuhr nur alle paar Stunden. Ich war laut App rechtzeitig da. Tja, der Bus war angeschrieben. Problem? Bus kam nicht. Plötzlich stand statt 5 Minuten (nachdem die schon mehr als 20 Minuten dran standen), dass der Bus in der Garage ist. Wieso ist der in der Garage? Ich hab dann so einen Typen angequatscht, aber der meinte auch nur, dass der in der Garage ist. (Danke für die Hilfe, na immerhin hat er versucht zu helfen). Schließlich hab ich eine andere Route genommen. Ich wollte, bevor ich ins Motel geh, in welchem ich übernachten wollte, noch zu einem Fluss fahren, der anscheinend gefroren und sehr schön sein sollte. Bis ich dann beim richtigen Bus war, war es aber schon Nachmittag. Ich bin bei der Bushaltestelle angekommen und da fingen die Probleme schon an. Die Bushaltestelle war nicht da, wo sie laut Google Maps sein sollte, sondern einige Meter früher. Bevor der Bus jetzt nicht da hält, wo ich bin, beschloss ich einfach, zur nächsten Haltestelle zu laufen. Sollten nur 7 Minuten sein. Bedenkt bitte, dass ich immer meinen großen Rucksack auf dem Rücken hatte. Als ich dann endlich dort war, musste ich erstmal noch etwas von dem Croissant essen, das ich mir am Morgen gekauft hatte. Aber richtig Hunger hatte ich eigentlich nicht, ich war eigentlich nur ziemlich genervt von dem ganzen Tag. Dann beschloss ich nachzuschauen, wann denn genau der Bus kommt, weil die App mir ja mehrmals Mist erzählt hatte, wie ich leider schon lernen musste. Da hat sich dann herausgestellt, dass der Bus erst in einer dreiviertel Stunde kommen sollte. Erstens hatte ich keinen Bock so lange zu warten. Zweitens war es schon 14 Uhr vorbei, bis der Bus komme sollte, wäre es also fast 15 Uhr, dann noch eine Stunde dort hin und von da noch ein bis zwei Stunden zurück zum Motel. Das hätte sich kaum gelohnt. Also beschloss ich, direkt zum Hostel zu fahren. Problem – das Kaff in dem ich mich befand, hatte keine guten Busverbindungen. Das heißt, ich hätte wieder ewig warten müssen. Und ich schlaues Mädchen hab dann eben beschlossen zu laufen. Dazu habe mir erstmal noch eine Tüte Gummibärchen für den Weg gekauft, um irgendwie die zwei Stunden mit meinem Rucksack zu überleben. Ich war so genervt! Und dann, als ich endlich am Ziel war, hab ich das Hostel nicht gefunden. Ich hatte erst die Hoffnung, dass es das geile Gebäude vor mir war, aber leider war es das hässliche, runtergekommene daneben. Ich hätte fast geweint – ehrlich haha. Naja, ich hab dann eingecheckt und schon das Treppenhaus war ziemlich dreckig. Das Zimmer war dann etwas besser, aber wirklich wohl gefühlt hab ich mich nicht. Kennt ihr diese Täschchen, die man immer in so Hotels bekommt? Mit Seife und so Zeug. Hier waren noch Kondome dabei. Ich glaub, das sagt ziemlich viel über das Motel aus haha. Naja, gegen Mitternacht ist mir dann aufgefallen, dass ich vielleicht den Zug für den nächsten Tag hätte buchen sollen, weil mit den anderen Öffis war der Weg leider nicht möglich. Tja, Problem! Es waren ja die Feiertage um Neujahr in Südkorea. Die ganzen Züge waren ausgebucht, und zwar alle! Es gab nur noch 2 Züge, in denen ich hätte etwas buchen können. Zug 1 um 6 Uhr morgens, aber ich musste noch zu der Bahnstation, bei der ich heute angekommen war. Also wieder 2 Stunden zu Fuß, Busse fahren so früh noch nicht. Alternative? Taxi. Mit meinem Vater am Telefon, weil ich total überfordert war mit der kack Situation und dem ganzen verkorksten Tag hab ich dann versucht herauszufinden, wie man so ein Taxi bucht. Aber für alles hätte ich eine koreanische Telefonnummer gebraucht, die ich nicht habe. Also war das keine Option. Die andere Option war ein Zug am Abend, aber da wär ich erst gegen 24 Uhr am Hostel angekommen und wär nicht mehr ins Hostel reingekommen – Last Checkin 22 Uhr. Dieser Abend war das erste Mal, dass ich geheult hab haha. Ehrlich – es war einfach alles nur Scheiße. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen und morgens um 7 oder 8 aufgewacht.
Und ich schwöre, ich glaub mein Vater ist irgendwie Superman. Keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber er hat mir einfach ein Zugticket für einen Zug um 11 Uhr besorgt. Ich bin dann mit dem Bus zum Bahnhof gefahren, hab dort noch einen Kakao getrunken und dann mit dem Zug weiter.
Gegen Mittag bin ich dann in Andong angekommen und ging erstmal zum Hostel. Ich wollte da mein Zeug abstellen. Leider war dort niemand und ich wollte auch nicht einfach alles in den Flur stellen, also bin ich eben mit meinem Rucksack wieder los. Ich bin dann noch eine Weile über so einen Markt gelaufen und hab mich dann noch etwas in ein Café gesetzt, bis ich dann gegen 16 Uhr ins Hostel einchecken konnte. Eigentlich ganz nett, wir waren aber nur zu viert in dem ganzen Haus. Der Besitzer, eine Angestellte (beziehungsweise sie hat da freiwillig gearbeitet), ein anderer Typ und ich.  An dem Abend hab ich dann auch nicht mehr viel gemacht, nur noch etwas geplant und gebucht.

28.01.2025

Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen zu so einem Village fahren, aber weil meine App mal wieder was Falsches erzählt hatte, hab ich den Bus verpasst. Stattdessen bin ich dann spontan in ein Museum in der Nähe des Hostels, um die Zeit bis zum nächsten Bus zu überbrücken. War ganz lustig, aber vieles war leider Virtual Reality und ich bekomm da schnell Kopfweh, weshalb das nichts für mich war. Aber es war trotzdem lustig und die Leute da waren richtig lieb. Ich bin danach noch etwas durch die Stadt gelatscht und hab auch eine kleine Tempelanlage gefunden, die superschön und friedlich mitten in der Stadt lag.
Das einzige Problem am Nachmittag war dann, dass der Besitzer wegen Neujahr am Abend mit uns Gimbap machen wollte. Und wenn ich zu dem Village gefahren wär, dann hätte ich das verpasst. Darum bin ich stattdessen mit einer aus dem Hostel spazieren gegangen und wir sind zu einer bekannten Brücke und einem anderen süßen kleinen Village gelaufen. War echt nett. Abends wollten wir dann Gimbap machen (ähnlich wie Sushi, so Algen mit Reis und Gemüse und so Zeugs). Da ich aber wusste, dass ich es nicht wirklich mögen würde, hab ich mir davor noch was zu essen besorgt. Es war trotzdem ganz lustig, das gemeinsam zu machen.

29.01.2025

Der nächste Tag war dann das eigentliche Neujahr, wenn ich das richtig verstanden hab. Am Morgen richtet der älteste Sohn der Familie einen Tisch mit lauter Essen her, um es den Ahnen darzubieten. Dann schreibt man die Namen von verstorbenen Familienmitgliedern auf ein Blatt und geht davor zweimal auf die Knie. Wisst ihr? So verbeugen… Danach verbrennt man das Papier, um die Ahnen wieder freizulassen. Die Erfahrung war ganz interessant. Danach haben wir gegessen, ist nicht ganz so meins, früh morgens Reis und so zu essen, aber eine ganz coole Erfahrung war’s trotzdem. Bevor ich dann zu dem Village gefahren bin, hab ich noch mein Zeug zusammengepackt, weil ich abends nach Daegu fahren wollte, aber erst super spät. Das Village war ganz nice, aber auch nicht so krass, es waren eben Häuser haha. Ich bin dann noch eine halbe Stunde gelaufen, um so ein Museum anzuschauen, das da irgendwie auch dazu gehört, aber das war leider geschlossen. Das ist so ein Maskenmuseum, ist bestimmt ziemlich cool, aber wegen Neujahr war’s halt zu. Darum bin ich wieder zurückgelaufen, weil ich noch Zeit hatte bis der Bus fuhr. Zurück in Andong bin ich dann einfach noch etwas herumgelaufen und hab ein Viertel mit ganz vielen Zeichnungen besucht. Das war ganz nett, auch wenn es superkalt war. Irgendwie bin ich dann auf so einem Wanderweg gelandet, musste dann aber leider irgendwann umdrehen, weil ich in die komplett falsche Richtung gelaufen bin. Aber ich hab einige schöne Bilder von der untergehenden Sonne gemacht.
Anschließend bin ich zum ersten Mal in einen Supermarkt und hab ganz viele Süßigkeiten gekauft (wer hat mich allein in einen Supermarkt gelassen?). Und dann bin ich am Abend nach Daegu gefahren. Den Zug hatte ich zuvor gebucht (dieses Mal gab’s noch Züge haha) und es war super entspannt. In Daegu hab ich ganz entspannt in mein Hostel eingecheckt und bin dann relativ schnell schlafen gegangen.

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Eine Antwort zu „Auf dem Weg nach Daegu“

  1. Avatar von Ernst Göhring
    Ernst Göhring

    Saskia der Opa freut sich wie Du das Alles
    machst Lieber Gruß Opa